Über den Sachkundenachweis des ZDRK geprüfter Züchter.
Über den Sachkundenachweis des ZDRK geprüfter Züchter.

Das richtige Kaninchenheim...

Der Traum für jedes Kaninchen wäre natürlich ein mehrere Quadratmeter großes, stabiles und ausbruchsicheres Gehege mit vielen Möglichkeiten zum klettern, buddeln, verstecken und ausruhen... :o) Da jedoch nicht jeder die Möglichkeit hat solch ein Gehege zu bauen (Platzmangel in der Wohnung, Wildtiere im Garten usw.), ist unter Umständen auch die Unterbringung in einem Stall oder Käfig mit regelmäßigem Freilauf möglich.

Für zwei Häschen sollte ein Stall bzw. Käfig mindestens 140 cm lang sein. Je größer, desto besser! Handelsübliche Hasenheime sind in der Regel viel zu klein und nur zur vorübergehenden Unterbringung geeignet. Man kann jedoch zwei Ställe miteinander verbinden oder ein stabiles Freilaufgehege zur dauerhaften Nutzung an den Käfig anbauen. Wer handwerklich begabt ist, kann seinen Wackelnasen ein ganz individuelles zu Hause schaffen. Ob mehrere Etagen oder L-förmig, stabiles Freilaufgehege mit Box zum zurück ziehen oder 2 Meter Luxusvilla - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! :o)

Selbstverständlich ersetzt kein noch so großer Stall den Freilauf in Garten oder Wohnung!

Für die Einrichtung werden minestens ein Futternapf aus Stein oder Keramik, eine Heuraufe, zwei Wasserflaschen, mindestens ein Unterstand und Weidenbrücken oder Röhren benötigt. Zum Einstreuen bevorzuge ich weiche Hobelspäne und eine Kuschelecke mit Heu und Stroh.

Mit etwas Geschickt kann man die Unterstände auch selbst bauen. Unbehandeltes Holz finden Sie in jedem Baumarkt. Als Füße eignen sich auch trockene Äste zum Beispiel von Birke, Weide oder Haselnuss. Diese sorgen als "Knabberstange" gleich für den nötigen Zahnabrieb... ;o)

Da Kaninchen sehr reinlich sind, sollte auch eine Katzen- oder Ecktoilette aus Kunststoff installiert werden, welche die tägliche Reinigung erleichtert. Meine Zwerge nehmen die kleine Kunststoffwanne von klein auf sehr gut an - im Stall selbst findet sich kaum noch eine Köttel... :o) Wenn die Zwerge in der Wohnung leben, gehen sie in der Regel auch während des Freilaufs in den Stall um ihr Geschäft zu verrichten. Sehr gut geeignet ist zum Beispiel die Katzentoilette "junior" von www.garpet.de. Diese kann ggf. auch im Freilauf in der Wohnung platziert werden oder mit Sand gefüllt als Buddel- und Badeschalte genutzt werden.

 

Streitpunkt Wasserflasche oder Napf... Ich habe beides getestet und bevorzuge definitiv Trinkflaschen zum aufhängen. Diese sind wesentlich hygienischer, da das Wasser nicht permanent durch Einstreu, Kot und Futter verschmutzt wird. Näpfe müssen mehrmals täglich gereinigt werden - für berufstätige Menschen gestaltet sich das durchaus schwierig. Gerade wenn zwei Zwerge zusammen leben oder Nachwuchs durch die Box wusselt, ist fast nie sauberes Wasser im Napf bzw. ein großer Teil des Wassers im Stall verteilt. Außerdem kann man das Wasser in den Flaschen wesentlich besser mit Oregano-Öl etc. vermischen. Viele sagen, es sei Tierquälerei das arme Kaninchen in einer so unnätürlichen Haltung trinken zu lassen. Diese Haltung hält das Tier jedoch nicht 24 Stunden am Tag sondern nur wenige Sekunden. Ich lege den Kopf ja auch zum trinken in den Nacken.... ;o) Auch wird gesagt, dass die Wasseraufnahme bei Trinkflaschen erschwert wird. Bei einer qualitativ minderwertigen Kugeltränke mag das stimmen. Bei einer ordentlichen Stift-Tränke läuft das Wasser jedoch sehr schnell heraus, wenn man den Stift nur leicht berührt. 

 

Ich habe das ganze Jahr über die gelb-grünen Stift-Tränken hängen. Im Sommer und bei Häsinnen mit vielen Babys hänge ich zusätzlich eine Kugeltränke auf. Die Kugeltränken nutze ich auch im Winter: gefrorene Flaschen reinholen und neue raus hängen; die gefrorenen auftauen lassen, nach füllen und mittags/abends wieder tauschen... :o)

Ideen für Kaninchenställe...

www.kreative-kleintierställe.de

Hier können Sie sich einen passenden, qualitativ hochwertigen Stall auch in großen Maßen anfertigen lassen! :o)

Auch geeignet sind kombinierte Stall-Freilaufgehege. Achtung - lieber ein paar Euro mehr ausgeben und auf gutes Material und ordentliche Verarbeitung achten! Selbstverständlich muss auch Sorge getragen werden, dass sich die Zwerge nicht rausbuddeln können... ;o)

Der Einzug in das neue Heim...

Ein Umzug bedeutet Stress für ein Kaninchen. Sehr empfindliche Tiere können sogar mit einer feuchten Nase oder leichtem Durchfall darauf reagieren. Aus diesem Grund sollte bereits alles vorbereitet sein, bevor das Kaninchen abgeholt wird.

Richten Sie den Stall her, so dass das Kaninchen sofort einziehen kann. Beachten Sie unbedingt, ob das Kaninchen ggf. im Winter von draußen nach drinnen zieht! Dann muss über mehrere Tage ein langsamer Temperaturangleich im Zimmer erfolgen (nicht bei Minusgraden zu empfehlen). 

Füllen Sie die Raufe mit frischem Heu und stellen Sie Wasser für das Häschen bereit. Startfutter für die ersten Tage bekommt das Kaninchen mit. Unter dieses mischen Sie jeden Tag etwas mehr von dem Futter, welches Sie zukünftig geben werden. So gewöhnt sich das Tier langsam an sein neues Futter. Möchten Sie keine Pellets weiter füttern, dann reduzieren Sie die Menge einfach jeden Tag. Ein abrupter Wechsel von heute auf morgen muss unbedingt vermieden werden, da dieser zu schweren Verdauungsproblemen und Durchfall führen kann!

Lassen Sie dem Kaninchen ein paar Tage Zeit, sich einzugewöhnen. Dann können Sie die Käfigtür öffnen und es selbständig die Gegend erkunden lassen. Drängen Sie das Tier zu nichts! Manch ein Kaninchen wird sofort neugierig heraus hoppeln, andere gucken erst einmal skeptisch. Jedes Tier hat einen anderen Charakter und tastet sich so vor, wie es sich sicher fühlt.

Wenn sich das Häschen im neuen zu Hause eingewöhnt hat, können Sie anfangen es mit Leckerbissen zu locken (z.B. Pellets in ein Glas und klappern) und langsam an Ihre Hand und Ihren Geruch gewöhnen. Bewegen Sie sich ruhig und langsam, haschen und bedrängen Sie das Tier nicht. So wird Ihr neuer Mitbewohner sehr schnell Vertrauen fasen und handzahm und zutraulich werden... :o)

 

Ungeeignet für Hasenheime...

- Strohpellets: hart und ungemütlich (ich möchte auch nicht den ganzen Tag barfuß auf Kieselsteinen laufen); können die empfindlichen Hasenpfötchen verletzen; höchstens mit einer dicken Schicht Stroh akzeptabel

- Wasserschalen: offene Wasserschalen können durch herum fliegende Streu und Heu schnell verunreinigt werden; müssten mehrmals täglich gereinigt werden

- Hasenhaus: Kaninchen sind Fluchttiere und ein Haus mit einem Ausgang wirkt wie eine Falle; dies kann dazu führen das das Tier scheu wird und sich ggf. durch Beißen verteidigt; wenn dann zusätzliche Eingänge ausschneiden

- Ställe mit Metallboden: Metall kühlt im Winter extrem aus; das Kaninchen wird trotz dicker Strohschickt frieren

 

Freilaufgehege...

Wichtig ist, dass das Gehege stabil und ausbruchssicher ist! Gefahren lauern durch fremde Katzen und Hunde, aber auch durch Greifvögel. Außerdem benötigt ein ausgewachsenes Kaninchen nur etwa 10 bis 15 Minuten, um sich unter einem Zaun durch zu graben... ;o) Lassen Sie Ihre Zwerge deshalb niemals unbeaufsichtigt im Garten!

Ich bevorzuge das Freilaufgehe "Outback 4-Eck" von Zooplus. Dieses kann ganz individuell zusammengesteckt und erweitert werden. Ich habe mehrere davon und kann mit den vielen Einzelfeldern jeweils mehrere kleine Gehege zum fressen abstecken oder einzelne große zum richtig austoben... :o)

Tipp: Viele Kaninchen mögen es nicht, auf dem Arm herum getragen zu werden. Ich transportiere meine Zwerge in einer Transport-Box vom Stall zum Freilaufgehege und zurück. Dies hat auch den Vorteil, dass viele Zwerge nach einiger Zeit schon von ganz allein in die Box hoppeln, wenn ich diese in das Gehege stelle... ;o)

 
 
Beschäftigung im Stall...

Bewegung ist wichtig! Auch im Stall sollen die Wackelnasen nicht nur faul rum liegen, sondern können hoppel, klettern, springen, sich strecken und Männchen machen. Das bringt nicht nur Abwechslung und Spaß, sondern ist auch gesund! Hier ein paar einfache Tricks zur Beschäftigung und für mehr Bewegung... :o)

- durch verschiedene Ebenen (Unterstände, Röhren, Brücken, Steine) muss das Kaninchen hoch und runter springen, sich ducken und strecken

- Äste zum knabbern in die Raufe stecken, so dass sich das Häschen für den Knabberspaß ordentlich strecken muss

- Futterkugeln an der Decke befestigen, so dass das Tier Männchen machen muss um an sein Futter zu kommen

- Kartons aus unbehandelter Pappe mit kleinen Löchern versehen und mit Heu / Gras / Leckerbissen füllen, so dass das Kaninchen ordentlich arbeiten muss um an das Futter zu kommen

- Rollen von Toiletten- oder Küchenpapier eignen sich ganz hervorragend zum (rum)werfen und zernagen

 

Kaninchen sind sehr intelligent...

Sie können Ihr Kaninchen auch beschäftigen, indem Sie ihm ein paar Tricks beibringen. Männchen machen, im Kreis drehen, über Hindernisse springen (Kani-Hopp), Klicker-Training, Aportieren - testen Sie, was Ihrem Tier Freude bereitet! :o)

Auch Gedulds- und Geschicklichkeitsspiele sind ein großer Spaß für die Wackelnasen! Hier ein paar Beispiele:

Meine Haltung...

Meine Zwerge leben in stabilen Holz-Ställen im Garten und haben täglich Auslauf im eingezäunten Stallbereich. Außerdem dürfen sie ganzjährig (unter Aufsicht) so oft wie möglich in die großen Freigehege auf der Wiese. 

Die Ställe sind zwischen 120 cm und 150 cm lang und mindestens 50 cm hoch. Jeder Stall wird mit Unterständen, Häusern (mit zwei Ausgängen) Weidenbrücken oder Röhren individuell eingerichtet und enthält eine Heuraufe und eine Toilettenschale. Die Toilette wird täglich gereinigt und auch evtl. Verunreinigungen in der Streu werden entfernt. Jede Stallbox wird etwa zur Hälfte mit Hobelspänen eingestreut. Im Winter natürlich etwas dicker... ;o) Die Zwerge nutzen die "freie" Fläche vor allem im Sommer gern als Liegefläche. Auch wird dort das Grünfutter nicht durch Streu verunreinigt. Neben der Heuraufe ist eine kleine Kuschelecke mit Stroh, welche durch die Zwerge bei Bedarf mit Heu "ausgebaut" wird.

Jeder Zwerg richtet sich sein zu Hause so ein, wie er es möchte und scharrt zum Beispiel die Streu zusammen oder sehr breit, zupft Heu aus der Raufe für ein kuscheliges "Bett" oder schiebt den Unterstand in eine andere Ecke... ;o)